vegan unterwegs und after hours

Und wenn mal keine der von mir zusammengestellten Lokalitäten geöffnet hat, oder sich Freunde von dir in einem anderen Restaurant treffen, oder du außerhalb Bonns oder gar im tiefsten Sauerland unterwegs bist, wo niemand etwas mit dem Begriff „vegan“ anfangen kann und selbst vegetarisch nur „Tiefkühlgemüse mit einer dicken Käseschicht überbacken“ bedeutet?

Hier ein paar Survival-Tipps:

Pasta

Italienische Pasta (zumindest die pasta secca, nicht die pasta fresca all‘uovo) darf seit 1547 laut Reinheitsgebot der Genueser Nudelhersteller nur aus Hartweizen und Wasser bestehen. Spaghetti mit Tomatensauce oder Arrabiata sollte also beim Italiener von Natur aus vegan sein.

Pizza

Wirklich gute, italienische Pizza hat einen Teig aus Mehl, Hefe, Olivenöl, Salz, Wasser und manchmal einer Prise Zucker. Milch, Butter und Ei haben in Pizza nichts zu suchen. Meistens ist man also beim „guten Italiener“ auf der sicheren Seite, wenn man in einer Pizzeria eine mit viel Gemüse belegte Pizza ohne Käse bestellt. Frag nach etwas Chili-Öl, das machen viele Pizzerien selbst, aber träufel es lieber selbst auf die Pizza, dann kannst du selbst bestimmen, wie viel es wird. Das Öl gibt der Pizza Würze und den etwas fettigen Charakter, den sie nun mal braucht. Sei aber vorsichtig beim Dosieren, zu viel, und es wird ungenießbar. Fang mit ein paar Tropfen an!

Asiatisch

Die Asiatische Küche ist für Vegetarier und Veganer eine gute Wahl, da mit viel Gemüse gekocht wird und es oft speziell „buddhistische“ Gerichte gibt, die vegetarisch deklariert, aber meist auch vegan sind. Je nachdem, wo man is(s)t, kann man sich leider wegen der Zusatzstoffe nicht ganz sicher sein, ob wirklich alles rein pflanzlich ist. Sahne und Butter wird eher selten verwendet, dafür Ei – deshalb einfach noch mal nachfragen.

Indisch

Ich bin ein großer Freund von indischem Essen, und es gibt sehr viel Auswahlmöglichkeiten für Veganer. Zumindest theoretisch. Leider habe ich auch schon oft, gerade in ländlichen Gegenden Deutschlands, die Erfahrung gemacht, dass viel mit Sahne und Butter gearbeitet wird, auch wenn es nicht dabei steht. Manchmal bestelle ich ein Gericht und sage extra dazu, dass ich es gerne ohne Sahne hätte, und dann habe ich es doch mit Sahne bekommen. Es gibt Ausnahmen, natürlich, aber da muss man leider aufpassen. Insgesamt ist aber die indische Küche unglaublich lecker und vielseitig für Veganer.

Arabisch

Falafel sind großartig in allen Variationen. Die Sauße, die es standardmäßig dazu gibt, besteht jedoch aus Milch bzw Joghurt, und ohne diese ist es manchmal sehr trocken. Außerdem wird in vielen Läden die gleiche Zange für den Salat benutzt, die kurz vorher noch das Dönerfleisch für den Kunden vor dir aufgenommen hat, so dass man dann oft kleine Fleischreste im Salat hat. Deshalb gehe ich leider kaum noch Falafel essen und wenn, dann nur in vegetarischen oder veganen Läden.

Französisch

Ratatouille ist ein traditionelles geschmortes Gemüsegericht aus der Provence und besteht aus Auberginen, Zucchini, Tomate, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürzen, Olivenöl und Salz und Pfeffer, ist also ebenfalls von Natur aus vegan.

Deutsch

In der sogenannten „gutbürgerlichen“ Küche hat man es leider schwer. Ich habe den Eindruck, dass unbedingt so gekocht wird, dass der Cholesterin-Spiegel hochschießen muss, d.h. es wird grundsätzlich Butter verwendet, und nicht Olivenöl, wenn es schon fleischlos sein soll, dann aber mit viel jungem Gouda überbacken, Nudeln gibt es nur mit Ei und in die Gemüsepfanne (natürlich in Butter gebraten) kommt natürlich ein Schuss Sahne. Selbst die Körnerbrötchen zum Frühstück enthalten süßen Teig. Wenn ihr es vermeiden könnt, geht nicht in gutbürgerliche Restaurants. Wenn es aber nicht anders geht, dann bestellt einen großen Salat und mischt euch das Dressing aus Essig und Öl selbst, esst lieber Pommes als Kroketten (letztere sind meist mit Milchpulver oder Ei) und bittet bei Gemüsegerichten, dass sie mit Öl und nicht mit Butter gebraten werden.

Griechisch

Die griechische Küche zeichnet sich leider hauptsächlich durch Fleisch und Schafskäse aus, aber auch hier wird man fündig. Mit Reis gefüllte Weinblätter und mariniertes Gemüse, aber natürlich auch Salat gibt es in eigentlich jedem griechischem Restaurant.

Autobahnraststätten

Hier hat man manchmal Glück und meistens Pech. Ob es ok ist, in so einem „Notfall“ bei McDoof oder Mörder King Pommes zu bestellen, muss jeder selbst entscheiden. Oft gibt es auch noch die allerdings deutlich teurere Alternative in Form eines Raststätten-“Restaurants“. Hier gibt es für Veganer allerdings meist auch nur Salat und Pommes, und wenn man doch mal das Glück hat und es gibt eine Gemüsepfanne, findet man vielleicht Fleischstücke drin, weil die Kelle zuvor für ein Fleischgericht verwendet wurde. Ich bin leider inzwischen etwas desillusioniert, da ich beruflich viel unterwegs und häufig in Raststätten bin. Entweder bereite ich mir vorher etwas zu Hause zu, oder ich kaufe mir dort Bananen oder eben Pommes, aber meist versuche ich zu vermeiden, dort etwas zu essen.

Kamps

Kamps gibt es fast überall, und auch wenn es eine Kette ist und man natürlich lieber die Bio-Bäckerei von nebenan unterstützt, ist es doch praktisch zu wissen, dass man auf jedem Bahnhof sowohl süß (z.B. die Schweinsöhrchen) als auch herzhaft (die meisten Brötchen, allerdings natürlich pur und nicht belegt) essen kann.

Backwerk

Das Backwerk bietet seit einigen Wochen verschiedene vegane Wraps, mit gegrilltem Gemüse belegte Bagel und Brötchen an, die teilweise sogar richtig lecker sind. Den Wrap fand ich nicht gut, da er irgendwie matschig und ekelig war, die Bagel waren dafür überraschend gut. Milchalternativen für den Kaffee gibt es leider immer noch nicht.

 

 

To be continued… 🙂